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24. Februar 2009

Highly Effective Supply Chains

Prof. Richard Wilding spricht im Interview über den Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen als eine wesentliche Voraussetzung für effektives Supply Chain Management.

Herr Professor Wilding, der Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen ist eine wesentliche Voraussetzung für effektives Supply Chain Management. Worauf kommt es hier besonders an?

Richard Wilding: Hier kommt es im Wesentlichen auf drei grundlegende Faktoren an: Zeit, Transparenz und Vertrauen. Alle drei Faktoren stehen in einer Wechselbeziehung zueinander und sind voneinander abhängig. Wird der Zeitfaktor der Supply Chain von Unternehmen richtig erfasst, so werden auch die Abläufe im Supply Chain System transparenter. Aufgrund dieser Transparenz wissen alle Beteiligten, was gerade passiert und wie es weitergehen wird. Daraus entsteht dann das Vertrauen zwischen allen an der Supply Chain beteiligten Akteuren. Dies führt zu einer besseren Einschätzung des Zeitfaktors, was wiederum die Transparenz und das Vertrauen steigert.

Warum ist gerade Vertrauen so wichtig – und wie kann man es in der Supply Chain erkennen?

Richard Wilding: Vertrauen ist notwendig, damit  sich die gesamte Supply Chain richtig entwickelt. Dieser Entwicklungsprozess läuft wie folgt ab: Zunächst müssen die Beteiligten in Bezug auf bestimmte Fragen kooperieren; in der nächsten Phase arbeiten die Partner möglicherweise unabhängig voneinander, koordinieren jedoch ihre Aktivitäten; und schließlich folgt eine Phase, in der sie sowohl in taktischer als auch in strategischer Hinsicht voll zusammenarbeiten. Diese Herangehensweise (Kooperation, Koordination, Zusammenarbeit) fördert das Vertrauen innerhalb der Supply Chain und resultiert sozusagen in einer Erfolgsspirale der Zusammenarbeit.

Könnten Sie uns diese Erfolgsspirale näher erläutern?

Richard Wilding: Im Hinblick auf die Zusammenarbeit zeichnet sich die Erfolgsspirale durch eine typische Win-Win-Situation aus, an der natürlich jeder Partner gerne beteiligt ist. Dies festigt die Beziehung zwischen den beteiligten Parteien, die auf die Erbringung von Leistungen und die Lieferung von Produkten bei gleichzeitiger Verringerung gemeinsamer Kosten und Risiken abzielt – was wiederum das Vertrauen stärkt. Gewöhnlich entwickeln sich im Rahmen einer solchen Beziehung Kreativität und Stabilität; beide Parteien bringen Neuerungen ein und stimmen ihre Aktivitäten ab. In der Folge wird wiederum häufiger und offener kommuniziert, Informationen werden ausgetauscht und die geschäftliche Beziehung erreicht eine höhere Qualitätsstufe.

Führende Unternehmen im Bereich Supply Chain Management verbinden bereits heute die eigenen Prozesse und Erkenntnisse effizient mit denen ihrer Partnerunternehmen. Transparente, kollaborative Ansätze werden hier nicht als Gefahr gesehen, sondern als Chance begriffen, Mehrwerte zu generieren.

Dies bestätigt auch eine neue Studie. Erfahren Sie mehr!

Richard Wilding ist ordentlicher Professor am Centre for Logistics & Supply Chain Management und Leiter des Supply Chain Risk Forums an der Cranfield School of Management, Großbritannien. Er unterstützt europäische und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen bei ihren Logistik- und Supply-Chain-Projekten.


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